Mädchen und Technik macht MUT

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Maria-Ward-Schule Projekt von Stadt, Landkreis, Agentur für Arbeit und Liebherr Verzahntechnik läuft seit fast sechs Jahren (AZ vom 24.6.2013)

Ein gelungenes Berufsorientierungsprojekt nannte Richard Schregle, Leiter der Maria-Ward- Realschule die Aufbau- und Leistungskurse „Mädchen und Technik" (MUT) bei der Feierstunde der Zertifikat-Übergabe an 49 Schülerinnen der 8. Klassen. Das Gemeinschaftsprojekt von Stadt, Landkreis, der Agentur für Arbeit, der Firma Liebherr Verzahntechnik und der Mädchen-Realschule laufe bereits im sechsten Jahr, sagte Schregle. Rund 400 Mädchen haben in dieser Zeit am MUT-Projekt, das in drei Stufen aufgeteilt ist, teilgenommen und wurden nach erfolgreichem Abschluss mit einem Zertifikat ausgezeichnet. Projektleiter Peter Heinrich sprach über Grundlagen und Ziele der Kurse. In den ersten beiden lernen die Mädchen in der Schule ihre handwerklichen und technischen Fähigkeiten und Fertigkeiten kennen. Diese werden im dritten Teil des Projekts an den Werktischen der Liebherr Verzahntechnik unter fachkundiger Anleitung weiter gefördert. „Mit viel Fleiß und Einsatzbereitschaft haben die Mädchen damit einen ersten, wichtigen Schritt hin zu einer erfolgreichen beruflichen Perspektive gemacht", freute sich Kemptens Bürgermeisterin Sibylle Knott mit den Schülerinnen über das Zertifikat.

Wer immer noch denkt, Mädchen und Technik, das könnte nicht miteinander harmonieren, der sollte sich von den Erfolgen des Projekts einen Eindruck verschaffen, meinte Knott. Sie erinnerte an beeindruckende Frauen als Vorbilder in der Geschichte, wie Marie Curie, die Anfang des 20. Jahrhunderts den Nobelpreis in Physik und Chemie erhielt. Mit der erfolgreichen Teilnahme am MUTProjekt hätten sich die Schülerinnen gegenüber Neuem geöffnet, für die eine oder andere sei dies der erste Schritt hin zu einem technischen Beruf. „Beeindruckt von den Fähigkeiten der Schülerinnen und der hohen Teilnehmerzahl" war die stellvertretende Oberallgäuer Landrätin Gertrud Knoll. Mädchen würden sich oft durch mangelnde Einblicke in die Materie einen technischen Beruf nicht zutrauen. Umso begrüßenswerter sei dieses Gemeinschaftsprojekt und seine Lernziele, lobte Knoll alle Beteiligten. Friedrich Hesemann, Geschäftführer der Liebherr Verzahntechnik GmbH, meinte, dass „die ganze Region in den vergangenen Jahren erkannt hat, wie wichtig es ist, Mädchen an technische Berufe heranzuführen." Sie würden hervorragenden Einsatz zeigen und sicher ihren Platz in der Berufswelt finden. Als Vertreter der Agentur für Arbeit überbrachte Geschäftsführer Horst Holas seine Glückwünsche an die Schülerinnen. Die Teilnahme am MUT-Projekt sei eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Berufsberatung. Während der verschiedenen Projektphasen hätten die Mädchen einiges über ihre beruflichen Stärken aber auch Schwächen erfahren. Über ihre Erfahrungen mit Fräsen, Sägen, Bohren, Gewindeschneiden und reichlich Spaß am Erlernen der Grundfertigkeiten berichteten die Schülerinnen Franziska Görlich, Sofie Heiligensetzer, Eva Glatthaar und Daniela Allgaier. Musikalisch umrahmt wurde die Abschlussfeier von der Stubenmusik- Gruppe der Schule unter Leitung von Musiklehrer Anton Weissenhorn.

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